Zürich: Attraktiv für Familien dank guten Angeboten für Kinderbetreuung

Kinderbetreuung: Wirksame Unterstützung der Eltern

KinderbetreuungFamilienexterne Kinderbetreuung (im Folgenden nur kurz "Kinderbetreuung" genannt) bedeutet, dass das Kind in der Zeit, in der es nicht in der Obhut von Schule oder Eltern befindet, durch andere Personen betreut wird. Dies kann in Institutionen sein (meist Krippen, Horte oder Tagesschulen) oder bei Privatpersonen. Ziel ist es, dass die Eltern einer anderen Beschäftigung nachgehen können (Erwerbsarbeit, Hausarbeit, Weiterbildung, etc.). Für alle Eltern soll unabhängig von Einkommen und Wohnort die Möglichkeit bestehen, ihre Kind fremdbetreuen zu lassen. Im Gegensatz zur Schule (und ihren separaten Stütz- und Fördermassnahmen wie Begabtenförderung, Deutschkurse, Aufgabenhilfen, etc.) hat die Kinderbetreuung keinen didaktischen Auftrag, sondern «nur» einen sozialen und integrativen.

Kinderbetreuung ist vielfältig

Staatliche Kinderbetreuungsangebote sind immer in Ergänzung zu anderen Möglichkeiten zu verstehen. Die Möglichkeiten sind vielfältig: Eltern, die gemeinsam einen Mittagstisch organisieren, Grosseltern, die nach der Schule ein Kind betreuen.
Grundsätzlich ist es an den Eltern, die Kinderbetreuung zu organisieren. Manchmal ist es aber nötig, einzugreifen. Insbesondere Kinder aus tieferen sozialen
Schichten und Kinder von Eltern mit Migrationshintergrund sind häufig zu sehr sich selbst überlassen. In solchen Fällen kann es angebracht sein, dass der Schulsozialdienst oder eine andere Amtsstelle eine Betreuung in einer Krippe, einer Tagesschule oder einem Hort nahe legt.

Kinderbetreuung im Vorschul- und Schulalter

Kind (c) FreeDigitalPhotos.netAb dem Alter von sechs Monaten bis zum Kindergarteneintritt stellen die Kinderkrippen in der Stadt Zürich gegenwärtig die Kinderbetreuung sicher. Es braucht auch weiterhin ein gleichmässig auf die Stadt verteiltes leichtes Überangebot von Krippen, um einen einfachen Zugang zu gewährleisten. Die Infrastruktur der Krippen und die Ausbildung der BetreuerInnen soll gewissen Standards genügen, die aber den Aufbau von Krippen nicht behindern sollen. Darüber hinaus ist es den KrippenbetreiberInnen (häufig private Vereine) freigestellt, wie weit sie die Eltern einbeziehen wollen, um eine bessere Infrastruktur bereitzustellen.
Bei der familienexternen Kinderbetreuung im Schulalter besteht Nachholbedarf. Tagesschulen sind ein guter Weg, um die Betreuung tagsüber sicherzustellen. Zusammen mit Horten und anderen Angeboten ermöglichen sie die Betreuung der VolksschülerInnen in Abwesenheit der Eltern. Ergänzende Angebote der Schule (Stütz- und Förderunterricht,
Aufgabenhilfe) kann natürlich ausserhalb der Schulzeiten stattfinden, ansonsten sind aber didaktische Elemente in der Tagesschule nicht notwendig.

Rahmenbedingungen für Kinderbetreuung

Insbesondere für Familien sind tragfähige soziale Netze in den Quartieren sehr wichtig. Die Kinder sind wenig mobil, für die Eltern können Nachbarschafts- und Quartierbeziehungen wertvolle Dienste leisten. Dazu braucht es zuerst einmal ein funktionierendes und durchmischtes Quartier, d.h. keine "Ghettos" in der zum Beispiel fast keine Familien mehr wohnen. Es braucht Schulen und Betreuungsstätten im Quartier. Da können zahlreiche kleine und niederschwellige Angebote (Kontaktbörsen für Eltern, Beratungsstellen), aber auch grössere Gemeinschaftszentren, helfen. Private Initiativen (Nachbarschaftshilfe, Quartierfeste) sollen unkompliziert unterstützt
werden.

Bisherige Arbeit der SP

Der Einsatz der SP in den letzten Jahren hat sich gelohnt: im Vorschulalter ist das Angebot an Betreuungsplätzen nun ausreichend. Für jedes zweite Kind bzw. für 40%
der Säuglinge steht ein Platz zur Verfügung. Von total zirka 5500 Plätzen ist ungefähr die Hälfte subventioniert. Auf Bundesebene war die SP massgeblich beteiligt bei der Einführung der Anschubfinanzierung für Kinderkrippen.
Mit Unterstützung der SP wurde in der Verordnung zur Kinderbetreuung der Stadt Zürich festgeschrieben, dass für jedes Kind ein Betreuungsplatz vorhanden sein muss. Die Soziokultur (Gemeinschaftszentren, Quartierhäuser) ist dank den Bemühungen der SP auf Stadt- wie auf Quartierebene zu einer wichtigen Stütze des Quartierlebens geworden.

Wie muss es weitergehen?

  • Qualitätsstandards bei der Infrastruktur so bestimmen, dass sie keine zu hohen Hürden für die Gründung und den Betrieb von Krippen darstellen.
  • Ein gewisser Anteil des Personals muss über eine anerkannte Fachausbildung verfügen.
  • Auch Eltern mit unregelmässigen Arbeitszeiten (v.a. Schichtarbeit) sollen die Möglichkeit haben, ihre Kinder in einer Krippe betreuen zu lassen, was längere Öffnungszeiten nötig macht.
  • Ausreichendes Betreuungsangebot für Kinder im Schulalter in der ganzen Stadt. Damit wird der entsprechende Artikel in der Verordnung zur Kinderbetreuung der Stadt Zürich umgesetzt.
  • Vielfältiges Angebot (Tagesschulen, Horte, Mittagstische etc.) sicherstellen.
  • Teilweiser Umbau der Volksschulhäuser in Tagesschulen. Tagesschulen dienen der besseren Integration der Kinder, v.a. wenn altersdurchmischte Gruppen möglich sind. Durch die gute ausserschulische Betreuung sollen die Lehrer unterstützt und entlastet werden.Schulhaus Lavater
  • Investitionen in vielfältige soziokulturelle Einrichtungen in den Quartieren wie Quartiertreffs oder Gemeinschaftszentren. Bessere Infrastruktur ist vielerorts nötig, ebenso längere Öffnungszeiten.
  • Quartierhäuser (nur Raum-/ Infrastrukturvermietung) vereinfachen den Anwohnern die Organisation von Anlässen im Quartier.
  • Vom vielfältigen Kinderbetreuungsangebot sollen auch sozial benachteiligte Familien profitieren – es trägt zur Chancengleichheit bei. Wir fordern  gezielte Frühförderung. Die Herkunft eines Kindes darf keine negativen Folgen auf seine persönliche und schulische Entwicklung haben.
  • Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 18 und 25 gehören nicht in die Sozialhilfe. Wer eine Ausbildung absolviert, muss mit den Beiträgen der Eltern, allenfalls einem Lehrlingslohn und Stipendien, genug zum Leben haben. Bildung darf nicht verunmöglicht werden, weil das Geld fehlt. Der Kanton Waadt setzt diesen Anspruch um und zahlt jungen Erwachsenen Stipendien statt Sozialhilfe. Eine solche zukunftsgerichtete Dynamik fordern wir auch für Zürich.

» Videos zum Thema Kinderbetreuung

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